Konservatorium – Geschichte

 

Die junge Geschichte des Konservatoriums als Ausbildungsstätte der Diözese St. Pölten reicht in das Jahr 1991 zurück. In diesem Jahr wurde das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten gegründet.

Die entscheidenden Vorbereitungsarbeiten für diese für die Diözese enorm bedeutungsvolle Schulgründung leistete der für die diözesane Kirchenmusik verantwortliche Prälat Dr. Walter Graf. Er war auch der erste Schulleiter.
Dank seines Idealismus, seinen klaren Vorstellungen, seiner Fähigkeit, wichtige Entscheidungsträger (z. B. LH Mag. Siegfried Ludwig) von seinen Ideen zu überzeugen, gelang es ihm, in der jungen Hauptstadt eine kirchenmusikalische Ausbildungsstätte zu installieren, die in den ersten Jahren ihres Bestehens schon sehr positive und wichtige Signale in die Diözese und darüber hinaus senden sollte.
Zunächst dienten die Wohnräume der ehemaligen Wohnung des Weihbischofs Dr. Stöger (Gebäudetrakt an der Nordseite des Domplatzes) sowie Räumlichkeiten im Bereich des Kreuzganges als Unterrichtsräume. Seit August 2006 ist das Konservatorium in einem großzügig gestalteten und modern ausgestatteten Neubau in der Klostergasse 10 untergebracht.

Die Anfänge einer diözesanen Ausbildungsstätte gehen zurück in das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts, wo erstmals – im Zuge cäcilianischer Bestrebungen – Instruktionskurse für Organisten und Sänger sowie Choralkurse stattgefunden haben.

Seit 1924 nahm sich Prälat Prof. Pretzenberger der diözesanen Kirchenmusik an. Er gründete am 1. Oktober 1932 eine private Kirchenmusikschule: Eine pneumatische Übungsorgel stand zur Verfügung, der Lehrplan umfasste die Fächer Orgelspiel, Gregorianischer Choral, Allgemeine Musiklehre, Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre, Dirigieren, Liturgik und Musikgeschichte. 1935 wurde die Privatschule in die Musikschule des St. Pöltner Gesangs- und Musikvereines eingegliedert. Nach der Eingliederung Österreichs ins Dritte Reich wurde es notwendig, dass die Diözese die bis dahin private Kirchenmusikschule nun in ihre Obhut nahm.

Diese Kirchenmusikschule der Diözese St. Pölten führte die Kurse nach dem bisherigen Lehrplan fort. Die nationalsozialistischen Machthaber hatten vielen – zumeist Lehrern – kirchenmusikalisch Aktiven nahegelegt, ihren Kirchendienst zu beenden. So besuchte also in dieser Zeit in erster Linie „kirchliches Personal“ die Kurse, besonders erstaunlich und bewundernswert sind die Teilnehmerzahlen an Kursen in den Kriegsjahren 1941–43 (328 mit 18 Abschlussprüfungen).
Der prominenteste Schüler war sicherlich der damalige Domkurat und spätere Kardinal DDr. Franz König, der am Kurs vom 14. bis 19. Juli 1941 teilgenommen hatte.
Die letzten Kriegs- und die folgenden Besatzungsjahre erzwangen eine vierjährige Pause.

Mit 1. Jänner 1947 nahm die diözesane Kirchenmusikschule ihren Betrieb wieder auf. In den folgenden Jahren war ein rasanter Aufschwung zu verzeichnen. Unter den beiden hauptamtlichen Lehrern Johann Pretzenberger und Walter Hofmann wurden weitere Übungsorgeln angeschafft, und die Zahl der Kursteilnehmer konnte beträchtlich erhöht werden.
Bis 1957 gab es 80 Wochenkurse mit 801 Teilnehmern und 46 Abschlussprüfungen. Unter den Schülern dieser Periode befanden sich u. a. der spätere Weihbischof Dr. H. Fasching und der spätere Referent für Kirchenmusik Prälat Dr. W. Graf.

1962 übernahm Prälat Dr. W. Graf die Leitung der Kirchenmusikschule. Er erweiterte die Schule räumlich und schaffte neue Übungsorgeln an. Neben Prälat Dr. Graf, Prof. Hofmann und Prälat Pretzenberger unterrichtete auch der spätere Regionalkantor für das Waldviertel Prof. Friedl.

Besonderes Augenmerk galt in dieser Phase der Abhaltung von Kursen in der ersten Woche der Sommerferien, Kurse, die sehr stark frequentiert waren. Immer mehr kristallisierte sich die Notwendigkeit heraus, anstelle des Systems mit sechs Wochenkursen schwerpunktmäßige Orgel-, Theorie- und Chorleitungswochen anzubieten. Allen Bemühungen zum Trotz zeigte jedoch die Statistik, dass das hohe Anfangsinteresse in einer geringen Zahl von Abschlussprüfungen keine Entsprechung fand.
So entstand also die Idee zur Gründung einer Schule mit Ganzjahresunterricht. Prälat Dr. Graf verfasste eine Denkschrift an den Bischof „Über die Notwendigkeit eines Diözesankonservatoriums und ein Vorschlag zur Errichtung desselben“. Er legte darin die statutmäßige Organisation, Vorteile und Risken dar und übernahm die Verhandlungen mit dem Niederösterreichischen Landesschulrat sowie Aufbau und Leitung des Institutes.

 


Literaturhinweis:
Dr. Walter Graf, „Wie es zu einem Diözesenkonservatorium für Kirchenmusik kam“. In: Festschrift 10 Jahre Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten

Kirchenmusikreferat der Diözese St. Pölten
> http://www.kirche.at/stpoelten/kimre

Dommusik
> http://dommusik.kirche.at


Hier können Sie einzelne Artikel oder auch die komplette Festschrift zum 10jährigen Bestehen des Konservatoriums (2001) als PDF-Dateien herunterladen:

Festschrift 1991–2001 komplett
(PDF, 952 kb) > download


Einzelartikel:

Grußworte
(PDF, 134 kb) > download

W. Graf: "Wie es zu einem Diözesankonservatorium für Kirchenmusik kam"
(PDF, 102 kb) > download

M. Poglitsch: "Dynamische Schulentwicklung am Konservatorium 1991–2001"
(PDF, 150 kb) > download

O. Kargl: "Dommusik – Konservatorium"
(PDF, 126 kb) > download

F. Reithner: "Variationen über ein Thema aus einem Volkslied"
M. Riedler: "Stimmbildung"
(PDF, 35 kb) > download

M. Steffl-Holzbauer: "Ein kleiner Anstoß"
(PDF, 164 kb) > download

M. Schmidt: "In Chordis et Organo"
(PDF, 62 kb) > download

M. Dollfuss: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!"
(PDF, 134 kb) > download


Lehrer am Konservatorium seit der Gründung 1991:

Konservatorium für Kirchenmusik

Magª Michaela AIGNER (1993-1999)

Gehörbildung, Orgel

Mag.ª Doris BOGNER (seit 2005)

Stimmbildung

Magª Gudrun BURGHOFER (2007-2008)

Ensemble & Ensembleleitung, Klavierpraktikum, Musikkunde, Orgel, Tonsatz, Tonsatzpraktikum

Birgit BUTTINGER (seit 2001)

Körperschulung

Mag. Franz DANKSAGMÜLLER (1999-2005)

Liturgisches Orgelspiel, Orgel, Orgelimprovisation

Dr. Anton GANSBERGER (1999-2013)

Ensemble & Ensembleleitung, Formenlehre, Klavierpraktikum, Solokorrepetition, Stilkunde, Werkkunde

Prälat Dr. Walter GRAF (1991-1996)

Deutscher Liturgiegesang & Gregorianischer Choral, Formenlehre, Gehörbildung, Liturgisches Orgelspiel, Liturgik, Musikkunde, Orgel, Tonsatz, Werkkunde

Magª Waltraud GREGAN (vorm. MUCHER) (2006-2007)

Stimmbildung

Magª Notburga GÖSSWEIN (1993-1996)

Kinderlieder

Mag. Günter HAUMER (2005-2008)

Stimmbildung

Dominicus Franz HOFER (seit 1992)

Orgel

Dr. Ursula HOFRICHTER (1993-2008)

Stimmbildung

Dr. Gerda HONDROS (seit 2004)

Stimmbildung

Mag. Thorsten KAMPS (2003-2005)

Gehörbildung, Klavierpraktikum, Stimmbildung

Otto KARGL (seit 1991)

Chorleitung, Chorpraxis, Chorsingen, Gregorianischer Choral

Michael KITZINGER (seit 1991)

Orgel, Orgelbaukunde

Ilse KOLAR-LATZELSBERGER (1994-2000)

Sprecherziehung

Mag. Johann Simon KREUZPOINTNER (seit 2001)

Komposition, Liturgik, Orgel, Orgelimprovisation, Tonsatz, Tonsatzpraktikum

Mag.ª Sylvia KUMMER (seit 2005)

Stimmbildung

Mag.ª Hyang LEE-LABEK (seit 2013)

Solokorrepetition

Mag.ª Monika LIEDLER (2012-2013)

Heinz LUGER (seit 2009)

Mag.ª Dorothea LUSSER (seit 1995)

Gehörbildung, Klavierpraktikum, Liturgisches Orgelspiel, Musikkunde, Orgel, Kinderlieder

Mag. Ludwig LUSSER (seit 2006)

Liturgisches Orgelspiel, Orgel, Orgelimprovisation

Ernst Christian MATHON (2001-2012)

Sprecherziehung

Anna Maria MAYR (1991-1993)

Stimmbildung

Mag.ª Sonja MITTERER (2008-2011)

Stimmbildung

MMag. Marco Paolacci (seit 2016)

Ensemble & Ensembleleitung, Formenlehre, Gehörbildung, Klavierpraktikum, Musikkunde, Orgel, Partiturspiel, Werkkunde

Mag. Ronald PETER (seit )

Klavierpraktikum, Liturgisches Orgelspiel, Orgel, Solokorrepetition, Tonsatzpraktikum

Mag. Michael POGLITSCH (seit 1991)

Ensemble & Ensembleleitung, Solokorrepetition, Stimmbildung

Mag. Wolfgang POWISCHER (1994-1997)

Stimmbildung

Magª Helene von RECHENBERG (2005-2006)

Liturgisches Orgelspiel, Orgel, Partiturspiel

Mag. Franz REITHNER (seit 1991)

Deutscher Liturgiegesang & Gregorianischer Choral, Liturgisches Orgelspiel, Orgel, Solokorrepetition

Birgit Karolin REITHNER (1998-1999)

Kinderlieder

MMag.ª Monika RIEDLER (seit 1991)

Stimmbildung

Doris SCHEICHL (1992-1994)

Stimmbildung

Mag.ª Mirjam SCHMIDT (seit 2000)

Deutscher Liturgiegesang & Gregorianischer Choral, Ensemble & Ensembleleitung, Formenlehre, Gehörbildung, Klavierpraktikum, Liturgisches Orgelspiel, Musikkunde, Orgel, Orgelimprovisation, Partiturspiel, Stimmbildung, Werkkunde

Andras SOSKO (1996-2016)

Stimmbildung

Magª Martina STEFFL-HOLZBAUER (1997-2008)

Stimmbildung

Mag.ª Ulrike WEDENIG (seit 2000)

Stimmbildung

Mag.ª Ulrike WEIDINGER (seit 2007)

Ensemble & Ensembleleitung, Musikkunde, Orgel, Stilkunde

Mag. Hedwig WURST (1994-1999)

Orgel

Mag.art. Barbara ZIDAR-WILLINGER (seit 2013)

Stimmbildung

Mag. Johannes ZIMMERL (seit 1996)

Orgel, Tonsatz, Tonsatzpraktikum